AB NOVEMBER 2026: »NICHT DIE GRÖßTE FUßBALLGESCHICHTE« Fußball im Finowtal von 1905 bis 1978.

Als mein Vater an den ersten Sonntagen des Jahres 78 mit mir ins Westendstadion ging, um mir den Lokalfußball vorzustellen, befand sich die Stadt in heller Aufregung. Zumindest die Eberswalder Seite des erst acht Jahre jungen Kunstgebildes Eberswalde-Finow. Aufläufe wie an den Spieltagen von Motor Eberswalde jenes Winters sah man ansonsten nur am Ersten Mai in Bewegung. Was nur den Eingeweihtesten bekannt war, die Motor-Führung hatte in jenen Wochen Order, für den Fall des Aufstiegs von Motor Eberswalde in die DDR-Oberliga zu planen. So weit war die Mannschaft von Übungsleiter Siegfried Zühlke gekommen. Da waren genau 45 Jahre vergangen, seitdem zuletzt eine Eberswalder und eine Finower Fußballmannschaft in einer ersten Liga gespielt hatten.

Mein Vater hatte mit diesen Fußballsonntagen meine Begeisterung für den Fußball geweckt. Womit sonst konnte man in Eberswalde die Begeisterung eines Zwölfjährigen wecken? Dies war jener Ort, an dem die Farbe Grau die Welt betrat. Das Erleben dieses plötzlichen Ausbruchs einer hier völlig unbekannten Vitalität, ja einer Leidenschaft hatte soweit geführt, dass ich von da an Sportjournalist werden wollte. Nur bekam ich schon mit meinen ersten Beiträgen für den „Neuen Tag“ zu spüren, wohin der Hase auch im Sportjournalismus dieses Landes lief. Um mich den Zwängen der unbedingten Politisierung zu entziehen, floh ich in die Vergangenheit. Ich entdeckte das von Ludwig Arendt verwaltete Archiv der alten Eberswalder Zeitungen. Schon damals kam ich so auf die Idee, die Fußballgeschichte des Finowtals aufschreiben zu wollen, ein Unternehmen, das ich in dem Augenblick aber abbrach, in dem mir bewusst wurde, dass es in der DDR ja in erster Linie um die Reflexion des Arbeitersports gehen müsste, zu dem einerseits kaum Dokumente auffindbar waren und bis heute sind, der andererseits allein in der Tatsache, dass am Ende seiner Geschichte nach 1930 jeder zweite Verein den Namen „Fichte“ trug, ein ebenso uniformes wie in dieser Uniformität langweiliges Erscheinungsbild abgab. Vor einem Jahr fielen mir dagegen Dinge vor die Füße, die mir schlagartig klarmachten, wie sehr ich damals geirrt hatte. Gerade eine Fußballmannschaft Fichte Eberswalde schrieb nach 1930 vielleicht die größten Stories im Eberswalder Fußball und ich griff das Unternehmen „Fußballgeschichte des Finowtals“ wieder auf. Vieles, was ich seitdem entdeckt habe, ließ sich vor einem Jahr nicht erwarten, die „Fußballmeisterschaft von Eberswalde“ nicht, die Preußensaison mit zwei Aufstiegen binnen sechs Monaten nicht, die Vorstellung der Generation meines Großvaters, jener alten Männer mit Krückstock und angeleintem Hund, wie ich sie kannte, als Hooligans nicht, die großen Siege Fichtes nicht, die Ereignisse der Vereinsgleichschaltung 1933 nicht und eben die Hintergründe dieser alles überragenden Saison 1977/78 nicht.

Diese unerwartet fesselnde Geschichte über ein vollkommen unbekanntes Finowtal wird es nun ab November aufgeschrieben und in eine wie immer aufwendig gestaltete Buchform gebracht in einer Auflage von 111 Exemplaren geben. Dabei handelt es sich nach der Enträtselung der Hintergründe der versuchten Hebewerkssprengung und des größten Alliiertenluftangriffs über Nordbrandenburg 1945 in „NIEDERFINOW“ um die zweite „Singleauskoppelung“ aus dem Gesamtprojekt einer Recherche über die Zeiträume 1933 bis 1945 und 1945 bis 1955, das in Arbeit, aber auch in diesem Jahr nicht fertig geworden ist. Das neue Buch wird unter dem Titel „Nicht die größte Fußballgeschichte“ in der Form der „Olympia 1936“-Bände erscheinen, jener mit den einzuklebenden Bildern aus Zigarettenpackungen. Aber keine Sorge, die Bilder sind schon drin. Niemand erhält ein leeres Buch und muss mit dem Rauchen anfangen.

Geplant sind zwischen November und Januar drei Buchvorstellungen, u. a. am 28. November im Saal des Kreisarchivs Barnim und am 9. Januar bei „Guten Morgen Eberswalde“. Da die Auflage des Buches gering sein wird, lade ich Sie jetzt schon ein, sich ein Exemplar unverbindlich zu reservieren. Das Buch wird nicht im Handel erhältlich sein, sondern nur zu den Lesungen und hier als Privatdruck über www.papierwerken.com

Bitte senden Sie mir bei Interesse eine kurze Information per E-Mail an mail@papierwerken.com
Auch alle anderen Bücher sind ab jetzt nur noch per E-Mail bestellbar.

Hans Jörg Rafalski

DEMNÄCHST ERSCHEINT HIER: »DER ERSTE TAG« Die Geschichte der Aufbaujahre im Finowtal nach 1945.

Seit Jahren mehrfach angekündigt, aber nach wie vor in Arbeit. Mehr als 500 Seiten zum Neuanfang der beiden Städte Eberswalde und Finow ab April 1945, über den Prozess der Wiederherstellung ihrer beiden Kanäle, die Geschichte und den Neuanfang ihrer 16 wesentlichsten Betriebe. Regelmäßig ergeben sich neue Erkenntnisse wie in diesem Jahr zum Luftangriff auf Eberswalde, zum Walzwerk Hoffmann & Motz, zur Papierfabrik Wolfswinkel, die zwingen, noch eingearbeitet zu werden. So wird aus einer zehnjährigen Recherche eine elf- oder zwölfjährige.

Der Inhalt wird nahtlos an „NIEDERFINOW“ anknüpfen, mit dem es mir gelang, die Hintergünde um die versuchte Sprengung des Schiffshebewerks und des größten Alliiertenbombardements eines Ortes nördlich Berlins im Verlauf des Zweiten Weltkrieges aufzuklären. Auch „NICHT DIE GRÖßTE FUßBALLGESCHICHTE“ kommt aus der Geschichte des Frühjahrs 1948, als die SG Eberswalde-Nord in der Endrunde um die Landesmeisterschaft antrat, und hat ein eigenständiges Format erhalten, als sie über diesen Rahmen hinausgewachsen war.

Die drei genannten Bücher fassen bis jetzt schon Recherchen und Interviewergebnisse aus mehr als 20.000 Arbeitsstunden zusammen. Die im Ergebnis entstehenden aufwendig gestalteten, laufend nummerierten Bücher behandle ich als „Privatdrucke“, die ich in Auflagen von nicht mehr als 111 Exemplaren zum Preis der Herstellungskosten abgebe. Daher wird es die Bücher nur noch auf Lesungen und über diese Seite, aber nicht mehr über den Handel geben. Bestellungen bitte ich mir bei Interesse per E-Mail an mail@papierwerken.com zuzusenden. So wie ich schon eine Reihe Vorbestellungen erhalten habe, freue ich mich auch künftig, über Interessensbekundungen an den noch in Arbeit befindlichen Büchern. Sämtliche Vorbestellungen bleiben für Sie unverbindlich.

Niederfinow Niederfinow
Hans Jörg Rafalski

NIEDERFINOW

Weißbuch über den amerikanischen Luftangriff auf Niederfinow und die letzten Kriegswochen im Finowtal

Idee, Recherche, Texte, Fotos und Design | Hans Jörg Rafalski
Druck | Druckerei Weidner, Rostock
Bindung | Buchbinderei Warnecke, Broderstorf
Siebdruck | Novak Siebdruck, Berlin

56 Seiten
mit 10 Farbfotos und 11 Frontkarten
Softcover unter Kombination von 4 verschiedenen Papiersorten
Umschlag im Siebdruck
Größe | 23,7 x 31,7 cm

Erste Ausgabe 2023
333 Exemplare

34,00 Euro inkl. Mwst.

Enthält 7% Mwst.
inkl. Versand

Bestellung bitte per E-Mail

Niederfinow Niederfinow
Ute Peters-Pásztor und Hans Jörg Rafalski

Gezeichnet,
Gustav und Franz Pflugradt

Herausgeberin | Ute Peters-Pásztor
Bildreproduktionen, Essay und Design | Hans Jörg Rafalski
Druck | Druckerei Weidner, Rostock
Bindung | Buchbinderei Warnecke, Broderstorf

176 Seiten
mit 161 farbigen Abbildungen und 1 Übersichtskarte
Fester Einband, Halbleinen
Größe | 23,5 x 32,3 cm

Erste Ausgabe 2023
555 Exemplare
ISBN 978-3-00-077067-8

29,00 Euro inkl. Mwst.

Enthält 7% Mwst.
inkl. Versand

Bestellung bitte per E-Mail

Niederfinow Niederfinow
Hans Jörg Rafalski

EROSION

Spurensuche am Finowkanal

Die Übergabe des ersten Finowkanals an die Schifffahrt jährte sich 2020 zum 400. Mal. Hans Jörg Rafalski nahm das Jubiläum zum Anlass, der ältesten, noch betriebenen künstlichen Wasserstraße Deutschlands noch einmal nachzugehen. Gedacht als Momentaufnahme des Vergehens und als Erinnerungsstück an das Jubiläum haben die Umstände der Zeit das Buch auch zu einem Erinnerungsstück an einen historischen Augenblick und eine historische Chance werden lassen, die lautlos an uns vorüberzog. Wie symptomatisch für die jederzeit unbestimmte Haltung der Finowtaler zu ihrem Kanal verfiel auch das Geschenk dieser großen Chance für den Beginn von etwas Neuem. Was aber gerade die so einschneidenden Ereignisse des Jahres 2020 sichtbar gemacht haben, ist die große Lust der Menschen, ihre Region haptisch in Besitz zu nehmen, also mit dem Rad, dem Kanu oder zu Fuß. Der Finowkanal bildet das Urmotiv aller Entwicklung in seinem Tal, und dessen Bewohner haben in diesem Jahr gezeigt, wie groß noch immer sein Potenzial ist, seiner Region Impulse für eine Perspektive zu bieten, wenn man ihn als Immobilie denkt und wirtschaftlich entwickelt.

Was wir seit 2020 erleben, hat auch mit dem Erreichen von Grenzen quantitativer Entwicklung, jenes so hoch gepriesenen Wirtschaftswachstums zu tun, und mit dem Versagen gesellschaftlicher Systeme, die den Menschen in Entwicklungen einbinden, ihn mitnehmen, aber auch vor unbequemen Konsequenzen schützen sollten. Wir schreiten seitdem alle gemeinsam in etwas kaum denkbar großes Offenes, das uns in seiner Unabsehbarkeit nun regelmäßig das Fürchten lehrt. Dem Erreichen unserer Grenzen, dem sich dahinschleppenden Scheitern der westlichen Lebensweise steht hier lokal jedoch eine Alternative entgegen, eine Chance, aus einem ungenutzt daliegenden Kanal Chancen zu formulieren, Neues zu denken und zu entwickeln. Qualitatives Wachstum könnte hier das quantitative ablösen, indem man hochwertige, auf den Menschen und nicht auf das Fahrzeug oder auf flüchtige finanzielle Gewinne orientierte Lebensräume entwickelt, indem man die Ausbildung touristischer und Naherholungsstrukturen befördert, neue Wohn- und Lebensformen ermöglicht, indem man regenerative Energien erntet, indem politische und ökonomische Entscheidungen den Menschen zurück in den Mittelpunkt rücken, man das Gegeneinander eines falsch verstandenen Demokratiebegriffs auf den Ebenen der politischen Wahrheitssuche aufhebt. Wir könnten, will ich sagen und würde es eigentlich gerne herausbrüllen: WIR KÖNNEN ES. Aber Neues entsteht erst aus neuem Denken, neuem Miteinander.

Die Fortsetzung der Betrachtung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Finowtals von Hans Jörg Rafalski ist vor allem dazu gedacht, die Bedeutung des Finowkanals für seine Region zu würdigen. Das Buch legt den Finger auf Spuren zum Nachsuchen, Entdecken und Vorstellen dessen, was hier einmal gewesen ist.

Idee, Texte, Fotos und Design | Hans Jörg Rafalski
Druck & Bindung | vierC print+mediafabrik GmbH & Co. KG, Berlin

48 Seiten
mit 22 Farbfotos
Softcover unter Kombination von 3 verschiedenen Papiersorten
Umschlag im Siebdruck
Größe | 23,7 x 31,7 cm

Erste Ausgabe 2020
222 Exemplare

34,00 Euro inkl. Mwst.

Enthält 7% Mwst.
inkl. Versand

Bestellung bitte per E-Mail

Niederfinow Niederfinow
Hans Jörg Rafalski

IRLAND

Das wunderbare Land der 41000 Himmel und O’Sullivans

Die Nummer 2 bei Papierwerken beruht auf Reisen von Hans Jörg Rafalski nach Irland, unternommen zwischen 1992 und 2017. Reisen, die viele Gegenden der Grünen Insel berührten und sich zu einer Entdeckungstour in Land und Kultur verbanden. Dabei widerfuhr diesem Buch Eigenartiges, und vielleicht mußte es auch so kommen, denn die Iren bestehen ja darauf, genau so zu sein, also eigenartig. Dieses Irland unternahm zugleich selbst die erstaunlichste Reise, ja eine Metamorphose, und die Entdeckungstour des Autors entwickelte sich so auch zu einer außergewöhnlichen Reise mit der Zeit. Einer Zeitreise gewissermaßen. In dem Maße, in dem er in Land und Kultur vordrang, unterlag dieses Irland nämlich der vehementesten Veränderung in der Geschichte, möglicherweise der umfassendsten Überwerfung einer Gesellschaft in einem so kurzen historischen Zeitraum überhaupt. Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist, formulierte Victor Hugo einmal, und in diesem Sinne vollführte die irische Gesellschaft binnen weniger Jahre einen Sprung aus einer in Europa längst überwundenen Vergangenheit bis in den Hedonismus. Die Iren überholten Europa ohne es dabei überhaupt eingeholt zu haben – im wahrsten Sinne des Wortes. Von der Agrar- zur Informationsgesellschaft, vom Milchbauern zum Chipentwickler in nur einer Generation deuteten Feuilletonisten überschwenglich. Der Autor wurde auf seinen Reisen zum einen Zeuge des Sterbens des traditionellen, unbewegten Irlands und zum anderen der Geburt eines beschleunigten Irlands, das für die Zukunft ist. Er war dabei, als sich Geschichte ereignete. Insofern reflektiert dieses Buch zwei parallel verlaufende Prozesse: den äußeren der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verwandlung der irischen Gesellschaft und die innere Entwicklung des Autors, in deren Verlauf er die kennen- und immer besser verstehen lernte. Dieses Buch ist dazu gedacht, jene fünfundzwanzig Jahre nachzuempfinden und Neugierige auf eine Entdeckungsreise mitzunehmen.

Idee, Texte, Fotos und Design | Hans Jörg Rafalski
Druck & Bindung | vierC print+mediafabrik GmbH & Co. KG, Berlin

272 Seiten
Erzählbildband, hälftig mit Text- und Bildseiten
mit 174 Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografien und 1 Übersichtskarte
Fester Einband mit Schutzumschlag
Größe | 23,5 x 32,3 cm

Erste Ausgabe 2018
666 Exemplare
ISBN 978-3-00-058963-8

45,00 Euro inkl. Mwst.

Enthält 7% Mwst.
inkl. Versand

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Niederfinow
Hans Jörg Rafalski

EROSION

Spuren der Industriekultur im Finowtal

Hans Jörg Rafalski betrachtet in „Erosion - Spuren der Industriekultur im Finowtal“ erzählerisch und in atmosphärischen Bildern die großartige Vergangenheit des frühesten und bedeutendsten Industriestandortes der Mark Brandenburg sowie das, was in der Gegenwart davon noch nachvollziehbar ist. Die hinterbliebenen Zeugnisse sind seit 1990 der Erosion überlassen und so bewahrt das Buch eine Momentaufnahme des Vergehens und versucht, die Größe des kulturhistorischen Verlustes zu ermessen. Der Industriestandort wird dabei durch die Perspektive der acht Elemente, die dessen Entwicklung bestimmten, beleuchtet, um ein- und denselben Ort in seinem Facettenreichtum sichtbar zu machen. Die familiären Ursprünge des Autors sind verknüpft mit Gründern und Leitern zweier Eisengießereien sowie der Dachpappen-Asphaltwerke Büsscher & Hoffmann.

Idee, Texte, Fotos und Design | Hans Jörg Rafalski
Druck & Bindung | vierC print+mediafabrik GmbH & Co. KG, Berlin

96 Seiten
mit 49 Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografien und 1 Übersichtskarte
Fester Einband mit Schutzumschlag
Größe | 23,5 x 32,3 cm

Erste Ausgabe 2016
444 Exemplare
ISBN 978-3-00-054747-8

Nicht mehr lieferbar